Der Mittwoch war ein guter Tag für die Rope Skipper des TSV Höchst bei den Weltmeisterschaften in Kawasaki / Japan. Das Springerduo Moritz Kumpf und Robin Krauß (Crumstadt) schaffte mit ihrem ambitionierten Wheel Pair Freestyle (beide springen gemeinsam über zwei Seile, wobei jeder ein Ende der Seile hält) trotz einiger kleinen Fehler den sechsten Platz, der für einen weiteren Start bei den Finals am Sonntag berechtigt. Bei diesem Abschlusswettkampf, der in einem Theater showmäßig und stimmungsvoll ausgetragen wird, treten die sechs Besten aus dem Quali- Wettkampf im direkten Vergleich im Kampf um die Podestplätze an. Auch die Medaillen werden direkt vergeben. Da das Höchster Duo nur 0.34 Punkte hinter den drittplatzierten US-Amerikanern liegt, ist Edelmetall nicht völlig ausgeschlossen.

Angefangen hatte der Tag allerdings sehr aufregend: auf dem Weg in die Halle wurde die Öffentlichkeit mit Sirenen und japanischen Durchsagen vor einem Tsunami gewarnt, der durch ein Erdbeben ausgelöst wurde. Da die einheimische Bevölkerung unbeeindruckt auf die Warnungen reagierte (diese gäbe es angeblich alle paar Wochen), wandten Sportler und Zuschauer ihr Augenmerk den Wettkämpfen zu.

Und da gab es besondere Leistungen: während die soliden 174 Triple Unders (Dreifach-Durchschläge hintereinander ohne Hänger) von Moritz im Wesentlichen nur vom mitgereisten Höchster Fanclub beklatscht wurde, galt die volle Aufmerksamkeit gleich zwei neuen Weltrekorden in dieser Disziplin. Nachdem ein koreanischer Springer schon unter lautem Jubel eine neue Bestmarke von 583 fehlerfreien Dreifach-Durchschlägen am Stück setzte, konnte ein Athlet aus China diese Leistung mit unglaublichen 723 Sprüngen geradezu pulverisieren. Und wenn man den Bildern Glauben schenken darf, hatte er dabei noch gar nicht seine volle Leistungsfähigkeit ausgereizt, sondern beendete seinen Versuch auf Anweisung seines Trainers vorzeitig.

Zuvor ging Moritz mit seinen Springpartnern Robin und Jonas Bausch im Double Dutch Single Freestyle an den Start. Zwar hatte sich die leise Hoffnung auf einen Finals-Platz nicht ganz erfüllt, aber sie waren angesichts der Hänger in ihrer anspruchsvollen Kür mit Platz acht halbwegs zufrieden.

Auch für das Mädelsteam mit Lea, Lilli und Tabea endete dieser Tag erfolgreich. Zwar erreichten auch sie keine Weiterqualifikation, waren aber mit ihrer Darbietung beim Double Dutch Single Freestyle, ihrem letzten WM-Auftritt, trotz kleiner Fehler zufrieden und wurden mit einem stolzen Platz unter den Top Ten (nämlich Rang neun) der Weltelite belohnt. Eine größere Herausforderung für sie war das Katz- und Mausspiel mit einem übermotivierten Ordner um fehlende Tickets, wofür das ganze Höchster Sport- und Unterstützerteam eigentlich auch eine Medaille oder mindestens einen Comedy-Preis verdient hätte.

Zum Abschlusstag der WM-Qualifikationswettkämpfe tritt morgen Moritz in den beiden Speed-Disziplinen 30sec Sprint (gegen 3.20 Uhr, Heat #5022) und gleich danach im 180sec Endurance (3.35 Uhr #5028) an. Allerdings dürfte er gegen die unglaubliche Leistungsfähigkeit asiatischer Springer keine realistische Chance auf einen vorderen Platz haben.
Livestream: https://www.ijru.live/livestream/s-kawasaki-day-5-31-july-2025-tqjsd9